Immobilienmarkt Sauerland

Der Name Sauerland beschreibt kein exakt abgegrenztes Gebiet. Es liegt im Nordosten des Rheinischen Schiefergebirges und im Süden von Westfalen.

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Die höchsten Berge des Sauerlandes befinden sich im Rothaargebirge. Geographisch gesehen liegt das Gebiet im Süderbergland, dem sogenannten Bergisch- Sauerländischen Gebirge. Das Sauerland ist im Vergleich zum gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen eher dünn besiedelt. In der wald- und seenreichen Region spielt der Tourismus eine große Rolle, vor allem in den Bergen des östlich gelegenen Hochsauerlands.

Immobilienmärkte im Sauerland

Die Unterschiede in den Mietpreisen der Städte zu den dünn besiedelten ländlichen Regionen im Sauerland sind teilweise erheblich. Die Immobiliengutachter können aus diesem Grund keine allgemeingültigen Angaben zur Situation in der gesamten Region machen. Die Informationen, welche sie der Plattform Wohnungsbörse.net entnehmen, können dennoch einen Eindruck vom Immobilienstandort Sauerland vermitteln:

• Schmallenberg: 3,91 – 4,89 Euro/m²/Monat
• Brilon: 3,99 – 4,71 Euro/m²/Monat
• Meschede: 4,42 – 5,22 Euro/m²/Monat
• Lüdenscheid: 5,50 – 5,79 Euro/m²/Monat
• Arnsberg: 4,31 – 11,31 Euro/m²/Monat
• Iserlohn: 5,08 – 7,51 Euro/m²/Monat

Naturräume im Sauerland

Die südlichen Landesteile des Sauerlands gehen ins Wittgensteiner Land und ins Siegerland über, in seinem Westen liegt der Übergang ins Bergische Land. Im Nordosten liegen das Ruhrgebiet und die Westfälische Bucht. Die östlichste Grenzregion zum Sauerland sind die Hellwegbörden. Der höchste sauerländische Berg ist der Langenberg. Er ist 843,2 Meter hoch und liegt zwischen Willingen und Niedersfeld. Südlich von Willingen liegt der zweithöchste Berg des Sauerlandes, der 842,9 Meter hohe Hegekopf. Der wahrscheinlich bekannteste Berg der Region ist der Kahle Asten bei Winterberg. Mit 841,9 Metern ist er der dritthöchste Berg im Sauerland. Alle diese Berge liegen im Rothaargebirge, weitere Gebirgszüge des Sauerlandes sind die Saalhauser Berge, das Ebbegebirge, das Lennegebirge und das Nordsauerland. Mit höchstens 687,7 Metern reichen die Höhen hier aber an die Erhebungen des Rothaargebirges nicht heran. Wegen seiner gebirgigen Naturkulisse wird das Sauerland häufig als Land der tausend Berge bezeichnet. Es verfügt über zahlreiche Schutzgebiete, der Naturpark Arnsberger Wald beispielsweise liegt zwischen den Flüssen Ruhr und Möhne. Der weitläufige Naturpark Rothaargebirge dehnt sich über das Hochsauerland über Wittgenstein und das Südsauerland bis ins Siegerland aus. Der Naturpark Homert liegt im Lennegebirge, den Naturpark Diemelsee findet man zwischen Brilon und Marsberg. Im Nordwesten des Sauerlandes erstreckt sich das riesige Naturschutzgebiet Lürwald mit Vogelschutzgebiet. Der höchste Wasserfall des Bundeslandes ergießt sich im südlichen Sauerland bei Bestwig in die Tiefe.

Landkreise und Städte im Sauerland

Welche Kreise und Städte genau zum Sauerland gezählt werden ist unterschiedlich. Zum Kernland gehören auf jeden Fall der Märkische Kreis, der Kreis Olpe und der Hochsauerlandkreis. Den südlichen Teil des Kreises Soest kann man ebenfalls dem Sauerland zuordnen, im Landkreis Waldeck-Frankenberg wird das Upland mitunter ebenfalls dazu gezählt. Darüber hinaus können einige Gemeinden aus den Kreisen Unna, Paderborn und des Ennepe-Ruhr-Kreises als Teile des Sauerlandes bezeichnet werden. Die kreisfreie Stadt Hagen wird in der Regel ebenfalls als sauerländisch angesehen. Die Städte Iserlohn, Lüdenscheid, Arnsberg, Schmallenberg, Brilon und Meschede gehören auf jeden Fall dazu. Der einwohnerstärkste Kreis ist mit 451.421 Menschen der Märkische Kreis. Die märkische Bevölkerung lebt auf einer Fläche von 426,3 Quadratkilometern, das macht 1.059 Bewohner pro Quadratkilometer aus. Zahlenmäßig der zweitgrößte sauerländische Kreis ist Soest mit 309.013 Einwohnern auf 232,8 Quadratkilometern. Hier leben also 1.327 Einwohner auf einem Quadratkilometer. An dritter Stelle folgt der Hochsauerlandkreis mit einer Bevölkerungszahl von 277.715 Menschen und einer Fläche von 141,8 Quadratkilometern. Hier beträgt die durchschnittliche Bevölkerungsdichte also 1.958 Bewohner pro Quadratkilometer. Im Kreis Olpe leben 142.140 Menschen auf 200 Quadratkilometern, was im Schnitt 711 Einwohner pro Quadratkilometer bedeutet. Diese Zahlen stammen jeweils aus dem Jahr 2005. Es gibt kein eigentliches städtisches Zentrum, die größte Stadt der Region ist Iserlohn mit 93.799 Einwohnern. Arnsberg folgt mit einer Bevölkerung von 73.897 Menschen, in Lüdenscheid leben 73.336 Bürger. Die einwohnermäßig kleineren Städte des Sauerlandes sind Meschede mit 30.358, Brilon mit 25.644 und Schmallenberg mit 25.149 Bewohnern. Flächenmäßig stellen diese drei Städte jedoch die größten des Sauerlandes dar. Diese Zahlen stammen aus dem Jahr 2012.

Verkehr

Das Autobahnnetz ist im Vergleich zum gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen unterrepräsentiert, was der schwierigen geographische Lage geschuldet ist. Durch das Sauerland verlaufen im Nordosten die Autobahn von Dortmund nach Kassel, von Köln nach Olpe kann man auf der A4 fahren. Die Hauptstrecke ist die Sauerlandlinie genannte A45. Die A46 von Hagen über Iserlohn und Arnsberg bis nach Bestwig besteht bisher nur in Teilstücken. Mit der Bahn verkehrt man hier auf dem Sauerland-Netz, dem die Volmetal-Bahn, die Ardey-Bahn und die Hönnetal-Bahn angehören. Außerdem der Dortmund-Sauerland-Express.

Daten und Fakten

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Im Sauerland lebten im Jahr 2012 insgesamt rund 1 Million Menschen auf einer Fläche von etwa 5.000 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Region lag also bei nur 200 Einwohnern pro Quadratkilometer. Im Vergleich dazu betrug die durchschnittliche Einwohnerzahl pro Quadratkilometer im ganzen Bundesland Nordrhein-Westfalen im Jahr 2013 beeindruckende 33.136 Menschen. Daran ist zu erkennen, wie dünn die Region Sauerland besiedelt ist. Dennoch blüht der Tourismus hier, was ebenfalls an den Zahlen abgelesen werden kann. Es gab dort im Jahr 2012 rund 10 Millionen Übernachtungen in den etwa 60.000 vorhandenen Gästebetten. Der Bruttoumsatz aus den Tourismuseinnahmen betrug ganze 2 Milliarden Euro. 80 Prozent der Urlauber im Sauerland stammten aus Deutschland, von den ausländischen Besuchern machten die Niederländer mit 76,1 Prozent den größten Anteil aus. Die Belgier folgten mit 10,3 Prozent. Zusammen mit der Region Köln landete das touristische Sauerland im NRW-Vergleich auf dem zweiten Platz hinter dem Teutoburger Wald. Die Auslastung betrug hier 39,3 Prozent, die Sauerländer lagen damit nur knapp unter dem Wert des gesamten Bundeslandes von 40 Prozent.

Bedeutende Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten

Im Sauerland kann der Besucher zahlreiche Burgen und Schlösser besichtigen. Die Rüdenburg bei Arnsberg stammt aus dem Jahr 1060 und ist heute nur noch eine Ruine. Die Burg Arnsberg war seit dem Jahr 1144 Sitz der Grafen von Arnsberg-Werl, später wurde sie zur Schlossanlage ausgebaut, jetzt ist sie ebenfalls als Ruine zu besichtigen. Die Burg in Hachen und die Waldenburg wurden von den Ezzonen erbaut. Die Burg Nordenau wurde im 12. Jahrhundert errichtet, ebenso die Burg Altenfils bei Brilon, eine der strategisch bedeutendsten Burgen des Mittelalters. In der Stadt Neheim stehen die alten Burgmannshäuser Gransau, Drostenhof und Fresekenhof. Sie stammen aus der Vergangenheit der Erzbischöfe von Köln, die als Schutzfunktion Städte um ihre Burgen herum anlegten. Die Burg Altena bei der gleichnamigen Stadt war der Stammsitz der Grafen von der Mark. Während die meisten anderen Burgen des Sauerlandes nur noch als Ruinen erhalten sind, ist in dieser eine Jugendherberge untergebracht. Genauso wie in der Burg Bilstein. Die Burg Klusenstein liegt auf einem Felsen, hoch über den Ausläufern des Hönnetals. Gut erhalten und zur Besichtigung offen ist die Burg Schnellenberg. Eines der Wahrzeichen der Stadt Iserlohn ist das alte Herrenhaus Letmathe, welches ebenfalls besichtigt werden kann. Zu den sehenswerten Schlössern des Sauerlandes zählen unter anderem Bruchhausen in Olsberg, Dahlhausen in Menden, Herdringen in Arnsberg, Laer in Meschede und Neuenhof in Lüdenscheid. Die wichtigsten sakralen Bauwerke der Region sind das Stift Meschede aus der Karolingerzeit, die Hallenkirchen St. Peter und Paul in Wormbach und St. Johannes Evangelist in Eversberg, St. Blasius mit Oktogonkuppel in Balve und St. Heribert in Hallenberg. In der Stadt Arnsberg sind die Klöster Wedinghausen, Rumbeck und Oelinghausen sehenswert. Darüber hinaus gibt es im Sauerland noch viele andere bemerkenswerte Klosterbauten.

Das Sauerland als Wirtschafts- und Hochschulstandort
Früher war das Sauerland von Land- und Forstwirtschaft geprägt, aber auch der Erzbergbau und die Metallindustrie spielten eine kardinale Rolle in der Region. Heute hat die mittelständische Industrie wirtschaftlich die Oberhand gewonnen. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist auch der Tourismus, vor allem im Hochsauerland. In Iserlohn, der größten Stadt des Sauerlandes, sind vorwiegend Betriebe der chemischen und pharmazeutischen Industrie ansässig. In Schmallenberg herrscht die Textilindustrie vor, ein über die Grenzen der Region hinaus bekanntes Beispiel dafür ist die Firma Falke. Die Stadt Arnsberg ist für ihre Leuchtenindustrie bekannt. In Meschede sitzen mittlere Unternehmen aus den Bereichen Karosseriebau, Fahrzeugbau, Kunststoffverarbeitung und Schraubtechnik. Kleinere Betriebe sind in Brilon, Sundern und Olsberg ansässig, dabei handelt es sich um Hersteller von Batterien und Elektrogeräten. In Elslohe gibt es das traditionsreiche Unternehmen Ketten Wulf. Berühmt ist das Sauerland auch für seine Braukunst. Hier sitzen Brauereien wie beispielsweise Warsteiner und Veltins. Auch der Spielwarenproduzent SIKU mit Sitz in Lüdenscheid ist international bekannt. Am Hochschulstandort Sauerland hat die Fachhochschule Südwestfalen vier Dependancen. Diese sitzen in Iserlohn, Meschede und Lüdenscheid, wo es zwei Standorte gibt. Weitere Hochschulen sind die Fernuniversität Hagen mit zusätzlichem Sitz in Lüdenscheid und die Business and Information Technology School in Iserlohn.

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